Glasmanagement

Werkzeuge für Glas sind heute Standard bei einer feuerwehrtechnischen Beladung.

Der Anwendungsbereich des Glasmanagements liegt einzig beim Verkehrsunfall. Der wichtigste Aspekt der Einsatztaktik ist nach der Fahrzeugsicherung die Schaffung einer Versorgungsöffnung zum Patienten.


Oft lassen sich bei Verkehrsunfällen Türen und Fenster von Fahrzeugen von außen nicht mehr öffnen. Theoretisch wäre eine gewaltsame Öffnung mit Rettungsschere & Spreitzer möglich, sprengt in diesem Moment, in dem die medizinische Erstversorgung und Kommunikation mit dem Verletzten Priorität hat, aber den zeitlichen Rahmen.


Und genau in diesem zeitlichen Fenster liegt der Bereich des Glasmanagements. Mit diesen Gerätschaften ist es möglich eine Scheibe in extrem kleine Teile zu zersprengen, bei denen die Verletzungsgefahr für Patient und Retter um einiges geringer ist, als bei einer bloßen Gewaltzerstörung der Glasscheibe.


Das Glasmanagement besteht aus vier Elementen:

- dem Federkörner

- Gewebeband

- der Glassäge

- Feinstaubmasken


Die Entfernung der Glasscheibe erfolgt bei geschultem Personal innerhalb von ca. 30-45 Sekunden.

Das Gewebeband wird zur Fixierung der entstehenden Glassplitter von außen an die Scheibe geklebt, sodass die größtmögliche Menge von Glas und Glasstaub beim Zerstörungsvorgang daran haften bleibt. Ist die Scheibe abgeklebt, erfolgt mit dem Federkörner die Sprengung der Glasscheibe und kann im Bestfall vorsichtig nach außen hin entnommen werden.


Im folgenden Video wird die Zerstörung einer Scheibe durch einen Feuerwehrmann demonstriert:


Anders sieht es bei der Frontscheibe aus. Windschutzscheiben sind wie Sicherheitsglas gehärtet und mit einer innenliegenden Folie ausgestattet. Angenommen der Feuerwehrmann versucht diese Scheibe mithilfe des Körners zu sprengen, wird sein Erfolg sich in Grenzen halten. Die Folie verhindert ein plötzliches Splittern der Scheibe und muss mit der "Glassäge" durchtrennt werden.


Eine Glassäge arbeitet nach der "Zugtechnik". Einfach erklärt: Sie schneidet das Glas nur, wenn man die Säge in die Richtung des Bedieners zieht. Dies soll verhindern, dass besonders viel Glasstaub in den Innenraum und somit an den Patienten gelangt.